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Wie Du Reggae auf der Ukulele spielst (und Deine Lieblingssongs reggae-fizierst)

Aloha liebe Leute!

2018 kam verdammt schnell – schneller als geplant sogar, und ich habe es nicht einmal mehr geschafft, Euch anständige Neujahrsgrüsse zu senden. Und der olle Winter nimmt auch kein Ende und präsentiert sich -zumindest in Norddeutschland- von seiner hässlichsten Seite. Regen & Kälte. Brrr…

Damit es wenigstens im Herzen sonnig wird, habe ich mir für heute mal den Reggae vorgeknöpft – da ist karibisches Flair selbst in der dunkelsten Bude garantiert 🙂

Ihr alle kennt sicher den ein oder anderen Reggae-Song, egal ob nun Bob Marley-Klassiker, SEEED oder Roots-Reggae: das Feel in diesem Genre ist immer das gleiche.

Der Reggae-Groove fühlt sich immer relaxt an und verdammt bouncy. So nenne ich das, wenn ein Song richtig „hoppelt“ und direkt zum Tanzen einlädt.

Doch wie entsteht eigentlich dieses Gefühl für uns als Zuhörer? Und noch wichtiger für uns als Instrumentalisten: was ist technisch nötig, um einen richtig heissen Reggae zu spielen?

Die gute Nachricht ist: nicht viel 😉 Dafür musst Du aber eine Sache ganz fest im Griff haben, ohne die geht nix: Deine Pausen.

Ich hatte schon in einem anderen Artikel (Malcolm Young Workshop) auf die Bedeutung der Pausen für den Groove hingewiesen, und ich tue es hier noch einmal.

Pausen sind in der Musik genau so wichtig, wie gespielte Noten. Pausen lassen den Groove atmen und pulsieren. Unterschätze nie die Wirkung einer gut gespielten Pause!

Und genau das ist es auch, was Du in Deinem Reggae-Groove als erstes tust: Pause machen. Direkt auf der ersten Zählzeit gehts los (so gut wie alle Reggae-Songs stehen in 4/4) – Du spielst auf der 1 gar nichts.

Auf der 2 gibts einen satten Downstroke (nach unten), auf der 3 Pause und auf der 4 wieder einen Downstroke. Und schwupp: Dein Instant-Reggae-Groove, bzw. die einfachste Version davon, ist fertig.

Schnapp Dir die Ukulele und probier es aus! Ein einfacher Akkord reicht aus, um ein Gefühl für den Groove zu bekommen. Ich rate Dir wie immer dringend dazu, direkt auch wieder das Metronom dazu zu nehmen.

Als Übungspartner ist es gerade bei solchen Rhythmen mit vielen Pausen unschlagbar und hilft Dir, im Takt den Überblick zu behalten.

Wenn Du Dich sicher genug fühlst, dann nimm Dir eine Dir bekannte Akkordfolge (vlt die eines Liedes, das Du kürzlich gespielt oder eingeübt hast) und dreh sie durch den „Reggae-Wolf“: jeden Akkord einen Takt lang auf 2 und 4 kräftig akzentuieren – auf 1 und 3 bleibts weiter ruhig.

Auch wenn bei diesem sehr einfachen Groove die imaginären Palmwedel schon ein wenig im Wind hin und her wehen, taugt der Groove doch nicht unbedingt als Begleitung für einen ganzen Song. Zumindest dann nicht, wenn Du Dich (oder jemand anders) alleine mit der Ukulele begleitest.

Also schauen wir uns mal an, was da noch geht!
Die erste simple Erweiterung ist, auf der Zählzeit 2 + einen Upstroke (nach oben) einzufügen. Alles Andere bleibt wie gehabt:

Die Begleitung wirkt noch grooviger und entspannter. So simpel dieser „Trick“ ist, so schwierig ist es, dazu zu singen, wenn Du Dich selbst begleitest. Durch die fehlende 1 kann man schon mal die Orientierung verlieren.

Spiel den Rhythmus so lange, bis er Dir wirklich in Fleisch und Blut übergegangen ist. Nur so hast Du wieder Kapazitäten im Kopf frei, um Dich auf Texte und Melodien gleichzeitig zu konzentrieren!

Schon richtig heiss geworden, oder!? Die Palmwedel wedeln, den Drink hast Du an der Bar geordert. Jetzt fehlt nur noch ein Tüpfelchen auf dem i… Um Dich vollends zu entspannen, schaust Du Dir noch den Sonnenuntergang am Strand an. Mehr geht nicht!

Rein musikalisch sieht der Sonnenuntergang so aus: Du spielst den Groove jetzt im sogenannten Shuffle- oder Swing-Feel. Ich möchte es mal -so gut das geht- NICHT von der theoretischen Seite beleuchten. Besagtes Feel betrifft bei unserem bisherigen Groove auch nur die Achtel-Noten!

In einem geraden Feel teilen 2 Achtelnoten die Viertelnote genau in der Mitte. Anders gesagt: beide Achtel sind zeitlich gesehen genau gleich lang.

Im Shuffle verändern sich die Zeitwerte der beiden Achtel: die erste nimmt 2/3 der Zeit ein, die zweite nur noch 1/3. Oder ander gesagt: die zweite Achtel wird später gespielt, und rückt so dichter an die folgende Zählzeit heran.

In meinem Video spiele ich auch das gerade und das geshufflete Feel direkt hintereinander. Schau Dir das ruhig vorher mal an, damit Du den Vergleich hörst, und es mit Deinem Ergebnis abgleichen kannst.

Wenn Du erst einmal diesen Groove verinnerlicht hast, kann ich Dir garantieren, dass er Dich nicht so schnell loslassen wird. Es macht einfach wahnsinnig viel Spass, das ganze Repertoire nach Stücken zu durchforsten, die sich als Reggae-Version gut machen.

Schnapp Dir eine/n Freund/in und singt gemeinsam! Macht Euch nen Drink dazu und schüttet ein bisschen Sand im Wohnzimmer auf! Nichts geht über einen entspannten Abend mit alten Songs im neuen Gewand!

Was ist Dein Lieblingssong und wie war es, den zu reggaefizieren? Schreib mir in den Kommentaren!

Mahalo und grooooove on,
Daniel

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